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Dies ist ein Auszug aus dem Buch: “Mindful of my descent, Seite 67” von: Val Bügge-Rowley in Australien. Brief von Vitzdorf/Fehmarn: November 1891. Hier ist eine Kopie von einem Teil eines Briefes von Vitzdorf, Fehmarn - in Deutschland, adressiert an Ernst Bügge und seine Frau Louise, in schöner Handschrift, geschrieben von Heinrich Bügge seiner Frau Doris, geborene Maas. Übersetzt für uns von: Else Bügge-Wood, die von Fehmarn in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte als Kriegsbraut. Heinrich war der ältere Bruder von Georg and Ernst Bügge.
Lieber Bruder und liebe Schwägerin. Vielen Dank für Euren lieben Brief. Wir haben uns sehr gefreut mal wieder von Euch zu hören. Es scheint als ob wir uns ein wenig näher kennengelernt haben, und liebe Louise, obgleich wir uns nicht persönlich kennengelernt haben, könnten wir uns nicht duzen? Und gleichzeitig freier schreiben. Ich sehe aus Eurem Brief, dass es Euch gesundheitlich gut geht, welches ja ein grosses Geschenk Gottes ist. Uns geht es auch allen gut wie ebenfalls den Verwandten. Ich will Euch etwas näheres von uns erzählen. Heinrich (geboren am 29.Jan.1843 - verheiratet am 30.Aug.1864 mit Doris Maas) ist jetzt Gott sei Dank gesund und kräftig. Er wird 47 Jahre alt am 29. Januar 1892. Wir haben ein Pferd. Heinrich Pflügt selber. Wir haben 4 ½ Hektar Land das wir bepflanzen und für Saat mieten wir ein Hektar. Wir haben vier Kühe und zwei Kälber. Vom Mai bis November nehmen wir uns eine Gehilfin an, im Winter brauchen wir keine Hilfe. Wir verkaufen die ganze Milch, die Leute kommen ins Haus und kaufen die Milch, 10 Pfennige im Winter und 12 Pfennige per Liter im Sommer. Dies gefällt uns besser als dass wir die Butter machen. Während der Ernte beschäftigen wir einen oder zwei Leute. Wir haben eine eigene Dreshmaschine womit wir sechs Fuder am Tag dreschen. Wir werden nächste Woche wohl nochmals zwei Tage dreschen. Wir haben auch einen kleinen Garten am Haus, wo wir verschiedene Fruchtbäume angepflanzt haben. Wir haben viel Spass dran, weil wir diese selber gezüchtet und angepflanzt haben. Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Brommelbeeren, und auch Weintrauben. Die Trauben haben wir erst vor einem Jahr angepflanzt. Habt Ihr auch Weintrauben? Wir haben gehört, dass die gut in Australien gedeihen. Lieber Schwager, sicher interressierst Du Dich um etwas aus Deiner Heimat zu erfahren. Dein Elternhaus und der Hof hat sich noch nicht geändert, draussen auf dem Hof ist noch alles dasselbe. Das Haus mit den beiden Scheunen und das Backhaus, sowie die grossen Lindenbäume vor dem Haus sind noch immer da. Nur der Kuhstall is von innen etwas umgebaut. Dein alter Lehrer Herr Tams und seine Frau leben immer noch, die wohnen jetzt in Burg. Der alte Bensen Hof ist jetzt eine Meierei geworden. Herr Paul Sievert und seine Frau wohnen auch in Burg im Altenteil. Der jüngste Sohn hat den Hof übernommen. Onkel Mathäus Bügge und seine Frau, sowie auch Georg sind alle gestorben. Fritz lebt jetzt in Lütjenburg/Holstein als Viehhändler. Es geht ihm gut, wir haben ihn wieder gesehen auf dem Herbstmarkt. <Ende des Briefes> |