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by: Peter Wiepert(^).

Der name Wohler wird schon in 1174 in einem

Der meritorious Fehmarn Heimatforscher Peter Wiepert(^) hat innerhalb von 50 Jahren Forschung, indem er die ältesten Familien Namen auf der Insel Fehmarn in deutschen und auch dänischen Archiven studierte und fand viele interessamte chronicles. Welche ein Einblick geben zu den ältesten Familien Namen, die noch Heute auf der Insel zu finden sind, und schon vor 800 Jahren hier wohnten.

Viele alt-fehmarnsche consanguinity, als z.B. die  Imschläger und Pechlins, waren einst oft erwähnt, aber sind schon im 17ten Jahrhundert ausgestorben.

Die älteste Familie, die noch auf Fehmarn exestiert, wurde schon in 1174, genannt als Wohler, und zwar in einem alten "Episcopat" in Cologne Präband (Propriator einer bishopric Pfrüende) Henricius Wolderic de Imbriae erwaehnt, also von Fehmarn stammend. Ein weiterer Wolder (Wohler) wird bei der ersten urkundlichen Erwähnung der Fähre am Fehmarnsund im Jahre 1199 erwähnt, der wahrscheinlich dort Herbergswirt oder Fährmann war. Die etwas undeutlich geschriebene Bezeichnung "derver...i", oder ähnlich deutet darauf hin.

Im Jahre 1231 werden dann die Wohlers und Tiedemanns zusammen als abgabenpflichtige "copolatio" (Verbindung) - schon Vetternschaft? Oder Sippenverbindung - erwähnt. Beide Sippen bildeten dann jahrhundertelang eine Vetternschaft. Ihr Epitaph mit plattdeutscher Inschrift, auch bildliche Darstellung eines alten Bauernhofes aus dem Jahre 1581, hängt an einem Pfeiler in der Landkirchener Kirche.

Im Jahre 1302 werden die Marquarden und Bullen zusammen und die Beiers (Beygers) als Vetternschaft erwähnt, die einen sog. "Königspfennig" an den Landesherrn zahlen mußten - sicher für die Erteilung oder Erneuerung von Privilegien und dergl.

In der sogenanten AUnterwerfungsakte@ vom 1. Juli 1329, als sich die Fehmeraner wieder ihrem rechtmäßigen Landesherrn, dem Grafen Johann, unterwerfen mußten, werden als ABolen@ (Dorfgeschworene oder Sprecher ihrer Dörfer) folgende Namen genannt: AWohler und Marquardt aus Blieschendorf, Muhl aus Struckkamp, Claussen und Wohler aus Teschendorf, Schacht aus Neujellingsdorf, Rickert aus Vadersdorf, Kruse aus Gammendorf, Bayer aus Petersdorf, Wilken aus Westermarkelsdorf, Saehn und Kahl aus Daenschendorf, Schacht und Tiedemann aus Todendorf, Sievert und Stake aus Puttgarden, Detlef aus Presen, Scheel und Kruse aus Burg, Wilder aus Gahlendorf, Hintz aus Vitzdorf und Sievert aus Staberdorf, Witten aus Ostermarkelsdorf.

Im Jahre 1398 werden als abgabepflichtige fehmarnsche Vetternschaften die Wohler=sche und Tiedeman=sche, Marquardt=sche, Beyer=sche, Mulen=sche und Brandt=sche und die Sievert=sche erwähnt; 1408 kommt die Willken=sche hinzu.

Bis 1450 kommen dann in landschaftlichen und Burger Urkunden und Testamenten nach dem Alphabet folgende Familiennamen vor: Adam, Bahr, Becker, Beyer, Brandt, Bruhn, Bügge (Bugge), Detleff, Drews (Dreussen, Drewsen) Ehler, Harder, Heldt, Hintze, Holst, Johannsen, Junge, Kahl (Cale), Kluever, Kruse, Kuehl, Lemke (lemecke), Marquardt, Mule (Muhl), Priess Pruesse), Seyer (Seiger, Sejer), Sievert, Wilder, Wilcken Willeken), Wohler, Wulf (Wulfe) - davon die Namen Beyer, Ehler, Marquardt und Wohler oft.

In der Zeit von 1450 bis 1500 kommen neu hinzu: Albert, Andersen, Bockwoldt (Bockholde), Bumann, Hack (Haake), Hofeldt (Hogefeldes), Koch, Kolhoff, Kordt, Kroeger, Lafrents (Laurents) Lange, Luetke, Maas (Maes), Michelsen, Martens, Olderogge, Petersen, Pruessing (Prutzinge), Raleff, Rauert (Rauwert, Rarwert), Ryke (Rieke), Sercke, Schmidt (Smyth), Steffen, Schuett, Timm, Timmermann, Tode, Vicke, Voss, Wiepert.

1493 zum ersten Mal Rauertsche und Wittsche Vetternschaft

 

Im Jahre 1489 wird eine Vetternschaft der Seygern (heute Seyer) und Heldten erwähnt, die aber offenbar bald darauf wieder einging, denn in einer Aufzählung aller bisher genannten Vetternschaften aus dem Jahre 1493 fehlt sie. Als neue Vetternschaft wird in diesem Jahr die Rauert- und Wittsche Vetternschaft genannt, die sich nach dem Rauertschen Vetternschaftsbuch aus dem Jahre 1653 von einem in Presen wohnenden, nach 1420 aus Dithmarschen zugezogenen Mann Rauert Witten später, nach 1500 mit den Mackeprangen, Stucken und Ehlern zu einer Vetternschaft verbanden.

Die mündliche Überlieferung, daß bei der Zerstörung der Insel Fehmarn im Jahre 1420 durch den Dänenkönig Erich nur drei Fehmaraner am Leben geblieben sind, gehört in das Reich der Fabeln, die urkundlich nicht belegt sind, denn es sind nach historischen Quellen damals wenigstens 700 bis 800 Femaraner übriggeblieben.

Der Familienname Mackeprang kommt am 18. November 1507 zum ersten Mal auf Fehmarn vor, als die Kirchenschliesser in Landkirchen Jakob Wolder und Mathewes Mackeprang von dem Bauern Peter Kotze in Blieschendorf einen Acker kauften. 1379 kommt der Name Mackeprang in Westeralling in Jütland vor, doch besteht keine Verbindung zu dem fehmarnschen Geschlecht.

In der erwähnten Liste der fehmarn-1493 werden als neue Vetternschaften die der Lafrentzen und Kahlen und der Pechlins und Raleffen (Rahlff) erwähnt. Letztere wurde im Jahre 1504 von der Obrigkeit aufgelöst, Aweilen die Veddern in beständigem Streit leben, sich des öfteren auch blutig schlagen.

1. Fortsetzung:

Die Marquarden und Bullen hatten sich 1493 verbunden. Diese Vetternschaft unterhielt viele Jahre in der Bannesdorfer Kirche ein Gestühl, das noch heute vorhanden ist. Nach 1500 trennten sich auch die Witten von den Rauerten. Im Jahre 1513 gab der Hauptmann Tönningen Rauwerdten aus Burg im Landgericht an, Adaß die Witten Veddern nicht mehr seint undt sich von ihnen separiert.

Im Jahre 1558 wird neben den bis jetzt genannten Vetternschaften zum ersten Mal die Mackeprangen-Witten-Stücken-Ehlersche Vetternschaft urkundlich erwähnt, und in der Überlieferung gesagt, daß diese Avor itziger jaren zusammen getreten.@ Sie ließ im Jahre 1580 in der Landkirchener Kirche ein Kirchengestühl errichten, das im Jahre 1913 renoviert wurde und heute noch vorhanden ist. Nach 1650-60 werden die Stücken und Ehlern nicht mehr mit in der Mackeprang-Witten-Vetternschaft erwähnt, die heute noch besteht und die letzte fehmarnsche Vetternschaft ist. Sie hat in Landkirchen ihren Sitz. Alle anderen gingen mit Ausnahme der Rauertschen vor 1750 ein.

Die Rauertsche mußte sich 1835 auflösen, weil ein hiesiger Rauert-Vetter die alten Beliebungen mit nach Stubbeköbing auf Falster genommen hatte, und die Vetternschaft darum nicht wieder priviligiert wurde.

Ehlers seit 1507 auf dem Hof

Die Vetternschaften kerbten ihre Wappen und Hausmarken in ihre Schilde, Waffen, Geräte und Hausbalken ein. Sie führten früher nie Fahnen. Die Mackeprangen und Witten schafften sich 1891 eine Fahne an, deren Tuch von dem Maler Muxfeld mit dem Vetternschaftswappen, einer Möwenklaue mit den drei Wittenpfennigen, bemalt wurde.

Zusammengefaßt sind es nicht viele Familien, deren Namen sich jahrhundertelang auf Fehmarn gehalten haben.Sie wechselten auch in den Ortschaften verhältnismäßig oft, und man kann feststellen, daß sich die meisten Namen nicht länger als 150 bis 200 Jahre in einen Dorf behaupteten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zum Beispiel den Ehlern und Krusen in Schlagsdorf, die dort 450 Jahre zu Hause sind.

Von den alten Totenbrüderschaften und Gilden ist zu sagen, daß sie schon im Mittelalter bestimmte Symbole oder Banner mit Heiligenfiguren und dergl. führten, z.B. die St. Osewaldtsgilde in Dänschendorf. Sie trug früher einen aus Holz geschnitzten Raben auf einer Stange, der einen halben Ring im Schnabel hatte. Dieses Symbol bezog sich auf den Schutzpatron der Gilde, den heiligen Osewoldt, der im 9. Jahrhundert als tapferer Streiter für das Christentum in England heilig gesprochen wurde und sich aus seinem Gefängnis in Schottland zur Übermittlung von Nachrichten an seine Geliebte eines schwarzen Raben bediente.

Unser leeveen Fruwen

Die Gilde AUnser leeven Fruwen@, die heutige Mariengilde in Landkirchen mit der Mutter Maria im Fahnenfeld, wie die ASante Nikolawi-Gille@, die heutige St. Nikolai-Gilde in Petersdorf, sind um 1430 gegründet, doch soll die erste bereits aus einer älteren ASante Petri Bröderschape@ hervorgegangen sein. Es gibt dafür aber keine urkundlichen Beweise.

Eine einflußreiche Totenbrüderschaft war während des 15. Und 16. Jahrhunderts die im Jahre 1434 gegründete und noch heute bestehende ABürger-Companie@ in Burg, die in Pestzeiten-vermummt (disguised, masked) - die Toten zu Grabe trug, jedoch keine Fahne und dergl. führte.

Die Wildersche Gilde

Auf Fehmarn gab es früher auffallend viele Gilden und Brüderschaften, fast in allen grösseren Dörfern, die aber alle schon vor 1800 eingegangen sind. Die noch bestehenden Gilden der Handwerker in Burg und Petersdorf, auch die Wildersche Gilde (Knüppelgilde) in Burg und die grosse Schützengilde in Petersdorf sind alle nach 1835 gegründet. Die Wildersche Gilde ging allerdings schon aus der im Jahre 1775 entstandenen Norder Totengilde hervor und diese aus dem früheren Amt der Burger Schuster.

Zum Schluß will ich noch eine Reihe von Gilden und Brüderschaften erwähnen, die in früheren Jahrhunderten auf Fehmarn bestanden, urkundlich erwähnt sind, doch nach 1750 nicht mehr:

Nämlich die ANabergille thor Potgorden (1541) - AOle Gille thor Clavesthorpe@ (1598) - ALaurenti-Gille thor Blieskendorp@ (1604) - APetri Bröderen tho Alversthorpe@ (1636) AEin klein Gille in Jellendorpe@ (1671) - ADe Schelenbrödre thor Bannsthorph@ (1559).

In diesem Fall ist es nicht ganz klar, ob es sich um eine Vereinigung in der Familie Scheel handelte oder die sog. Schelen-Brüder gemeint sind, die bei Streitigkeiten in den Dörfern das Recht hegten. - ADe Segeler Bröderschape in der Borg@(1439)- AMaria Magdalena Gille@ (1439) - AHoge Stohl Bröderschape@ (1511) - ADänsche Gille in Borg (1511) - ASunte Jakobs Bröderschape thor Borg@ (1378) - AHillige Liekenames Gille@ in Petersdorf (1440) - ADe Böter Gille Thor Lemmekenhapen (1589) - ADe Schipper Brödere by deme Sante Jörgen@ (1540) und ACalvarienbrödere@ (1506), die auf dem Schindanger bei Burg, vor dem St. Jürgen Stift, für die armen Seelen der dort eingescharrten Selbstmörder und im Gefängnis verstorbenen Verbrecher beteten.

Außer diesen Gilden gab es in der Stadt und in den Dörfern noch zusammenschlüsse von Dorfleuten, die einen bestinnten Brunnen, ein Tor und dergl. unterhielten und zu betreuen hatten, doch soll darauf nicht näher eingegangen werden.